Schaltschrankbau auslagern – worauf es beim richtigen Partner ankommt

Was Schaltschrankbau wirklich bedeutet – und warum er so komplex ist

Ein Schaltschrank ist weit mehr als ein Metallgehäuse mit Kabeln. Er bündelt die gesamte elektrotechnische Intelligenz einer Anlage: Steuerungskomponenten, Sicherheitstechnik, Leistungsverteilung, Kommunikationsschnittstellen – alles in einem kompakten, normenkonformen Gehäuse, das im Betrieb Jahrzehnte zuverlässig funktionieren muss.

Die Komplexität entsteht dabei nicht nur durch die Technik selbst, sondern durch die Anforderungen, die parallel erfüllt werden müssen:

  • Normkonformität nach DIN EN 61439, VDE-Vorschriften und maschinenspezifischen Richtlinien
  • Integration in die übergeordnete Steuerungsarchitektur (SPS, SCADA, Bussysteme)
  • Platzoptimierung – häufig müssen viele Komponenten auf kleinstem Raum untergebracht werden
  • Dokumentationspflicht: Stromlaufpläne, Klemmenpläne, Gerätelisten – prüffest und aktuell
  • Langzeitverfügbarkeit der verbauten Komponenten für späteren Ersatzteilbedarf

Ein fehlerhaft aufgebauter Schaltschrank wird in der Produktion nicht sofort sichtbar – er macht sich spätestens im Gewährleistungsfall oder bei der nächsten Maschinenprüfung bemerkbar.

Wann macht es Sinn, den Schaltschrankbau auszulagern?

Die Entscheidung für oder gegen Auslagerung ist keine Frage der Unternehmensgröße – sie hängt davon ab, welche Kernkompetenzen im Haus gehalten werden sollen und wo externe Spezialisierung mehr Wert schafft als interner Aufbau.

Auslagern ist dann sinnvoll, wenn:

  • der interne Elektrobetrieb ausgelastet ist und Projektspitzen nicht auffangen kann
  • die Normenlandschaft (CE-Kennzeichnung, Änderungen in VDE/EN-Vorschriften) intern schwer pflegbar ist
  • Projekte eine enge Verzahnung von Konstruktion, Programmierung und Montage erfordern
  • Schaltschränke für Sondermaschinen oder Retrofit-Projekte entstehen, die spezifisches Know-how verlangen
  • die Dokumentation vollständig, prüfbar und übergabefähig sein muss

Auslagern ist dagegen weniger geeignet, wenn es sich um stark standardisierte Serien-Schaltschränke mit hohen Stückzahlen handelt, für die der Eigenbau wirtschaftlicher ist.

7 Kriterien für die Wahl des richtigen Schaltschrankbauers

Nicht jeder Anbieter, der „Schaltschrankbau“ im Portfolio führt, ist für jede Aufgabe gleich geeignet. Die folgenden Kriterien helfen bei der Einschätzung:

1. Normkompetenz und Zertifizierungen

Der Anbieter sollte nachweislich mit den relevanten Normen vertraut sein: DIN EN 61439 (Schaltgerätekombinationen), die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, Niederspannungsrichtlinie sowie einschlägige VDE-Vorschriften. Eine ISO-9001-Zertifizierung ist kein Pflichtkriterium, aber ein belastbares Qualitätssignal.

2. Elektrokonstruktion aus einer Hand

Ideale Partner trennen Konstruktion und Montage nicht. Wer selbst konstruiert und dann auch baut, kennt seine eigenen Pläne und kann flexibel auf Änderungswunsche im Projektverlauf reagieren. Medienbruchfrei: kein externes CAE-Büro, kein Missverständnis zwischen Planung und Ausführung.

3. Erfahrung mit Ihrer Branche und Anlagenart

Schaltschrankbau für eine Förderanlage unterscheidet sich von dem für eine Pressmaschine oder eine Abfüllanlage. Fragen Sie gezielt nach Referenzprojekten aus Ihrer Branche – ein guter Dienstleister kann diese benennen und belegen.

4. Vollständige und übergabefähige Dokumentation

Der Schaltschrank gehört Ihnen – die Dokumentation auch. Stromlaufpläne, Klemmenblöcke, Gerätelisten und Prüfprotokolle müssen im definierten Format (z. B. EPLAN, Zuken, AutoCAD Electrical) übergeben werden. Praxis-Tipp: Klären Sie das Dokumentationsformat vor Projektstart – nicht danach.

5. Integration mit SPS-Programmierung und Inbetriebnahme

Ein Schaltschrank, der gebaut wird, ohne dass der Programmierer eingebunden ist, erzeugt in der Inbetriebnahme unweigerlich Reibung. Anbieter, die Schaltschrankbau und SPS-Programmierung gemeinsam anbieten, können beide Gewerke aufeinander abstimmen – das spart Zeit und vermeidet Schnittstellenfehler.

6. Reaktionsfähigkeit nach der Übergabe

Maschinen werden geändert, erweitert, umgerüstet. Ein Partner, der nach der Inbetriebnahme nicht mehr erreichbar ist, wird spätestens beim nächsten Retrofit zum Problem. Klare Wartungsvereinbarungen und die gesicherte Verfügbarkeit des zuständigen Teams sind belegbare Qualitätsmerkmale.

7. Regionalität und Erreichbarkeit

Insbesondere für die Inbetriebnahme vor Ort und für spätere Serviceeinsätze spielt die geografische Nähe eine unterschiedlich gewichtete Rolle. Für Betriebe in NRW gilt: ein Dienstleister mit Standort in der Region kann schneller reagieren – ohne Anreisekosten, die das Projektbudget belasten.

Direktvergleich: Eigenbau vs. externer Schaltschrankbauer

Ein strukturierter Vergleich hilft bei der Entscheidungsfindung:

KriteriumEigenbauExterner Spezialist
NormenkompetenzIntern aufwendig zu pflegenKernkompetenz des Anbieters
KapazitätsflexibilitätBegrenzt durch eigenes TeamProjektspitzen abfangbar
DokumentationsqualitätAbhängig von interner DisziplinStandardisiert, prüffähig
Integration ProgrammierungOft getrennte AbteilungenAus einer Hand möglich
InvestitionWerkzeug, Software, SchulungNur Projektvergütung
Reaktionszeit im ServicefallSchnell, wenn verfügbarAbhängig von Entfernung

Schaltschrankbau bei AST Automation: was Sie konkret bekommen

AST Automation GmbH aus Wuppertal bietet Schaltschrankbau als Teil eines integrierten Leistungspakets – kein isoliertes Gewerk, sondern eingebettet in Konstruktion, SPS-Programmierung und Inbetriebnahme.

  Leistungsumfang Schaltschrankbau bei AST

  Elektrokonstruktion mit EPLAN / CAE – vollständig übergabefähige Dokumentation

  Bestimmungsgemäßer Aufbau nach DIN EN 61439 und aktuellen VDE-Normen

  Verdrahtung, Beschriftung, Prüfung – intern qualitätsgesichert (ISO 9001)

  Direkte Abstimmung mit dem SPS-Programmierer – kein Medienbruch

  Inbetriebnahme vor Ort durch dasselbe Team

  Langfristige Betreuung und Erweiterbarkeit

  Standort Wuppertal – für Kunden in NRW schnell erreichbar

So läuft ein Schaltschrankprojekt mit AST ab

  1. Anforderungsaufnahme: Was soll der Schaltschrank steuern? Welche Komponenten, welche Schutzklassen, welche Schnittstellen?
  2. Elektrokonstruktion: Planerstellung in EPLAN, Bauteilauswahl, Abstimmung mit dem Programmierer.
  3. Bau und Montage: Aufbau im eigenen Haus, Verdrahtung, Beschriftung, Erstprüfung.
  4. Dokumentation: Übergabe vollständiger Schaltunterlagen im vereinbarten Format.
  5. Inbetriebnahme: Montage beim Kunden, Kabelverbindungen, Funktionstest.
  6. Abnahme und Übergabe: Abnahmeprotokoll, Einweisung, Servicevereinbarung

    Kein separates CAE-Büro, kein externer Montagedienstleister, keine Schnittstellenprobleme: Konstruktion, Bau und Inbetriebnahme kommen aus einer Hand.

Fazit: Der richtige Partner spart mehr als er kostet

Schaltschrankbau auszulagern ist kein Qualitätsverlust – es ist eine strategische Entscheidung für Spezialisierung. Wer einen Partner findet, der Normenkompetenz, Konstruktion, Bau und Inbetriebnahme unter einem Dach vereint, spart nicht nur Kapazitäten. Er spart auch Fehlerkosten, Nacharbeit und die aufreibende Koordination zwischen verschiedenen Gewerken.

AST Automation GmbH steht für genau diesen integrierten Ansatz – für Produktionsbetriebe in NRW und darüber hinaus.